Vincent

Da ich in den letzten Wochen mal wieder zeit hatte etwas zu schmökern, hier mein neues Lieblingsbuch:

Vincent, von Joey Goebel

"....tief bedrückt vom schlechten Wetter heulst du dir die Augen aus, doch deine Tränenbäche verdunsten und werden zur nächsten Wolke, aus der es noch heftiger auf die niederregnet. Du kannst nur verlieren!
Traurige Aussichten. Du wirst nie das Mädchen kriegen. Du wirst die Welt nicht retten. Du wirst nie die wahre Liebe finden. Und auch keinen vertrauenswürdigen Freund. Du wirst nie zufrieden sein. Du wirst nie genug bekommen. Die Kirschen der anderen werden immer größer sein. Und diene holen die Vögel. Deine Tage werden lang sein und freudlos. Deine Nächte werden einsam sein und kaum mehr. Stets wirst du auf bessere Zeiten warten, die nie kommen. Und Seelenfrieden kannst du komplett abschreiben...."

Das hört sich jetzt alles furchtbar traurig an, aber eigentlich ist es das nicht wirklich. Das Buch selbst erzählt, ziemlich gesellschaftskritisch und mainstreamverachtend, dass geniale Künstler meinstens todunglücklich waren, und nur so ihre großen Werte erschaffen konnten. Nach diesem Beispiel soll der hochbegabte Vincent erzogen werden. In dem man dafür sorgt, dass stehts Leid in seinem Leben ist. Kein physisches Leid, er soll nie Hunger oder Kälte leiden, doch soll stehts dafür gesorgt sein, dass er genug inspiriert ist, um große Songs, Theaterstücke und dergleichen zu schreiben. Es ist nicht annähernd so tragisch wie sich das jetzt alles anhört, aber grenzgenial geschrieben.

Und hat mich wieder einmal daran erinnert, dass wir, denen nicht mit voller Absicht und Berechenbarkeit Leid zugefügt wird, wieder einmal versuchen sollten glücklich zu sein. Mir sind in letzter Zeit so viele Menschen begegnet, die einfach nicht glücklich sind, oder die es sich selbst nicht zugestehen glücklich zu sein. Die Wahrheit ist, dass das Leben oft nicht einfach ist. Aber das sollte auf Dauer kein Grund sein, vom Glück anzunehmen, dass es immer nur auf der anderen Straßenseite passiert. Es geht nicht immer nur darum was einem wiederfährt, sondern vorallem darum was man daraus macht. Glücklich-Sein ist ein bisschen Einstellungssache. Denn wenn man es nicht annimmt, kann einem noch so viel Glück wiederfahren, doch wird man es einfach nicht erkennen.

8.8.07 13:23

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


hell-ene (11.8.07 23:15)
Guter Eintrag, bin genau deiner Meinung.

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