Von den Dingen die es sich zu haben lohnt

Die Dinge, die wir einfach haben können wollen wir nicht, und die Dinge, für die wir nicht gekämpft haben, schätzen wir nicht. Die meisten Dinge haben für uns keine Bedeutung, wenn wir nicht für sie gelitten haben, um ihren Verlust gefürchtet und ihre Erreichbarkeit angezweifelt haben. Dinge, die uns einfach in den Schoß fallen, ohne das wir tatsächlich etwas besonderes dafür tun mussten, haben die Eigenschaft, dass wir ihnen einen verhältnismäßig geringen Wert beimessen. Sie mögen zwar nett sein, oder unterhaltsam, mögen vielleicht sogar das sein, was wir uns schon lange gewünscht haben, aber dadurch, dass der Preis so nichtig war, vermindert es den Wert erheblich. Die Dinge im Leben, die wir wirklich schätzen, die für uns einzigartig sind, für die haben wir oft einen hohen Preis bezahlt. Dieser Preis misst sich nicht in materiellen Dingen, er misst sich in Angst, Einsamkeit, Zweifel, manchmal in einer Art von universellem Leid, Überwindung und Selbstaufgabe. Menschen vertrauen Dingen, die zu einfach sind nicht. Wenn etwas zu einfach funktioniert, werden wir misstrauisch und beginnen nach dem Haken an der Sache zu suchen. Wir fragen uns, was denn daran so besonders sein kann, wenn es ohne große Mühe funktioniert. Denn dann ist es ja nicht besonders. Dann ist es gewöhnlich, langweilig, wahrscheinlich für jeden zugänglich. Der Reiz an der Sache geht verloren.
Es scheint in unserer Natur zu liegen, den höchsten Gipfel erklimmen zu wollen, in Kälte und Dunkelheit nach dem Licht zu suchen, den Wert der Dinge daran zu messen, wieviel Anstrengung und Ausdauer sie uns gekostet haben. Das Gute an dieser Sache ist, dass nur durch dieses Wünschen, Menschen über sich selbst hinaus wachsen können. Das Schlechte daran ist, dass wir in Versuchung kommen, die Großartigkeit der Dinge zu übersehen, die uns ohne große Anstrengung auf unserem Weg begegnen.

9.9.07 22:49

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Arnold / Website (12.9.07 19:18)
Wahrscheinlich ist mehr Wahrheit an diesem Eintrag als den meisten von uns lieb ist. Aber die Menschen sind wirklich vom Grunde auf ziemlich gleich veranlagt, was die Wertschätzung mit einschließt. Ich würde zwar für mich selbst nicht behaupten, dass mir Dinge nichts bedeuten für die ich weniger bis gar keinen Aufwand hatte, aber die selbe Wertschätzung als die Dinge, die enorme Anstrengungen mit sich brachten werden sie nicht haben.
Aber ist es nicht manchmal auch so, dass man gerade durch die Einsamkeit, Aufopferung und ähnliche Dinge, die man erleben musste, dann ein Zeitpunkt kommt an dem man das Ersehnte eigentlich gar nicht mehr will? Das etwas Aufwandsloseres plötzlich all das gibt, dass man sich vorher hart erkämpfen wollte? Zu gegeben, dass ist eher selten der Fall, aber die Möglichkeit besteht dennoch – dann würde meine Wertschätzung sogar größer sein, als andersherum.

Wie dem auch sei, ein sehr guter Beitrag, der Zustimmung verdient und bekommt. Viel mehr würde mich aber der Hintergedanke des Beitrages interessieren, der Spezielle der den Beitrag erst ausgelöst hat.

Arnold

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