Von den Lügen

Die wahre Lüge, die Notlüge, die Statistik und der Wetterbericht. Auf keine dieser Aussagen kann man sich verlassen. Nicht eine ist der Wahrheit entsprechend. Wenn wir es wissen, so sind wir darauf gefasst und erwarten uns nicht mehr als eine Annäherung an die Wahrheit. Wenn wir es nicht wissen und niemals erfahren, verändert es für uns nichts. Das Problem ist an dem Ort begraben, andem sich Wahrheit und Lüge begegnen. An dem entdeckt wird, dass nicht alles seine Richtigkeit hat. An diesem Ort verlieren wir unser Vertrauen. Eine einzige Lüge, ausgesprochen im richtigen Moment, kann alles vernichten, was uns lieb und teuer war, kann alles zerstören an was wir uns gut erinnern. Doch das Wichtigste und Bitterste ist, dass es unser Vertrauen in die Menschen zerbrechen lässt. Wenn die Dinge an der Wahrheit vorbei gegangen sind, und der Unterschied zwischen wahr und falsch nicht mehr klar zu erkennen ist, lässt es uns traurig werden, weil wir nicht mehr wissen, was wir noch glauben können. Es macht uns hilflos weil wir keine Chance haben, das eine vom anderen zu trennen, weil man menschlich emotionale Aussagen schwer falsifizieren kann.
Manchmal möchten wir an eine Lüge glauben, möchten die Augen vor der Wahrheit verschließen, wollen nicht wissen, was hinter der verschlossenen Tür auf uns wartet. Manchmal macht es das einfacher. Eine Lüge zu glauben und den Versuch zu unternehmen sich selbst zu betrügen.
An manchen Tagen wache ich auf, und weiß nicht mehr was wahr ist und was erlogen, die Aussagen und Dinge sind so sehr ineinander verwoben und vermolzen, dass ich sie nicht zu trennen vermag. Und dann frage ich mich, ob es bei manchen Dingen nicht bereits belanglos ist, nach der Wahrheit zu fragen, weil es das Geschehene nicht mehr verändert, und es sehr fraglich ist, ob es das Zukünftige noch beeinflusst...

13.11.07 19:00

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Werbung