Die Spur des Teufels von John Burnside

Im Grund, sagte sie, hätte ich gar keine Angst vor Malcom Kennedy; ich hätte Angst vor mir selbst. Ich hätte Angst, etwas Endgültiges zu tun, Angst zu handeln. Das hätten die meisten Menschen, sagte sie. Wir würden uns abwenden, wegsehen, oder wir würden eine Weile leiden, damit wir nichts Entscheidendes zu tun bräuchten. Denn tun - selbst handeln, das mache uns Angst. Entscheidend aber sei es, die Angst in etwas anderes zu verwandeln. Du kannst ihr nicht entgehen; du kannst sie nicht loswerden. Also musst du sie nutzen. Verändere sie. Brauchst du eine Waffe, wird sie deine Waffe. Brauchst du Schutz, wird sie dein Schutz - aber erst einmal muss sie verändert werden.
Verwandle deine Angst in etwas anderes. In rechtschaffenen Ärger. In Mitgefühl. In Kampfgeist. Mit genügend Aufwand kann man sie sogar in Liebe verwandeln. Das war Mrs. Collings Lektion. Ich sollte meine Furcht in das verwandeln, was ich am dringendsten brauchte...

Das Buch selbst ist nicht so berauschend, allerdings fand ich den Absatz recht gut, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es in jedem Leben diese Momente gibt, in denen man nicht handeln will, und einfach hofft, dass wenn man die Augen schließt, alles schon vorbei gehen wird.
Manchmal funktioniert das sicher, aber wahrscheinlich nicht so oft.

9.6.08 22:53

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hell-ene (29.6.08 00:35)
der absatz gefällt mir auch. insofern interessant, als dass ich mich frage, ob ich nicht manchmal einfach spontaner sein sollte. mal die konsequenzen außer acht lassen (natürlich nur wenn es niemand anderem schadet)...hab in den letzten tagen so ein paar versuche gestartet und es wirkt.

bleibt für mich die frage. ist spontanität und die fähigkeit zu handeln etwas, dass man besitzt oder eben nicht, oder ist es etwas, dass wir lernen können?

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