Dienstags bei Morrie



"Habe ich dir von der Spannung zwischen den Gegensätzen erzählt?", frage er.
"Die Spannung zwischen den Gegensätzen?"
"Das Leben ist eine Serie von Schritten nach vorn und wieder zurück. Du möchtest eine Sache tun, aber du bist gezwungen etwas anderes zu tun. Etwas verletzt dich, und zugleich weißt du, dass es das eigentlich nicht tun sollte. Du betrachtest bestimmte Dinge als selbstverständlich, obwohl du weißt, dass du niemals etwas als selbstverständlich betrachten solltest.
Eine Spannung zwischen den Gegensätzen, als zögest du an einem Gummiband. Und die Meisten von uns leben irgendwo in der Mitte"
"Kling sehr nach Ringkampf", sagte ich.
"Ein Ringkampf", er lachte. "Ja, so könntest du das Leben beschreiben"
"Und welche Seite gewinnt?"
"Welche Seite gewinnt?"
Er lächelte mich an, "Die Liebe gewinnt. Die Liebe gewinnt immer."

[Dienstags bei Morrie, Das Klassenzimmer]

18.3.06 19:33

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


'hell'ene (20.3.06 00:20)
Ich wär zwar dafür, dass die Liebe immer gewinnt, glaube es aber eigentlich nicht. Hab schon zuviel gesehen, wo der Verstand alles zunichte macht. Und es macht keinen Unterschied ob jetzt zuviel oder zuwenig Hirn vorhanden ist.


Tom / Website (20.3.06 00:45)
Ich kann mich nur der Lene anschließen!

Schön wärs wirklich wenn die Liebe immer gewinnen würde, jedoch der Alltag zeigt uns immer wieder gegenteilige Beispiele. Die Selbstverständlichkeit spielt leider in unserem Leben auch eine zu große Rolle. Man nimmt Dinge einfach als selbstverständlich an, obwohl sie so weit davon entfernt sind. Meist sind es nur Kleinigkeiten, eine Geste, ein Wort, ein Satz und man würde dem aus dem Weg gehen. Einfach mit demjenigen reden, denn im nachhinein kann man es nicht immer wieder so leicht gut machen!


Bernadette (20.3.06 23:21)
("Haben wir jemals wirklich geliebt?" --> aus Shakespears Romeo und Julia)

Ich finde das mit der Liebe ist eine schwierige Sache. Allein die Definition ist schon einmal nicht einfach. Foucard hat dazu einmal gesagt:"Viele Menschen würden sich womöglich gar nicht verlieben, wenn sie nicht schon soviel darüber gehört hätten." Ich finde das gar nicht so unpassend. Denn wieviele Menschen sind nur verliebt, und lieben nicht? Und wieviele sind nur vernarrt in den Gedanken verliebt zu sein, ohne tatsächlich zu lieben? Wieviele wünschen sich einfach nur dieses Gefühl zu empfinden, ohne es tatsächlich zu tun?

Ich denke, wenn man wirklich liebt, dann gewinnt die Liebe. Wobei im Übrigen ja nicht definiert ist, wie dieses gewinnen aussieht.

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