Über die Wahnvorstellungen

Definition: Unter einer Wahnvorstellung versteht man eine irrationale Überzeugung, an der unerschütterlich festgehalten wird, selbst beim Beweis des Gegenteils. Wahnvorstellungen entsprechen häufig nicht dem sozialen und kulturellen Hintergrund des Betroffenen und lassen sich bei psychischen Störungen und bei bei Dementen beobachten. Nachfolgend einige seltene Beispiele für Wahnvorstellungen

CAPGRAS SYNDROM
Die Wahnvorstellung, dass ein naher Verwandter oder Freund durch einen Doppelgänger ersetzt wurde.


ANTONS SYNDROM
Eine Wahnvorstellung bei Blinden, die überzeugt sind, dass sie sehen können.


KORO
Die Wahnvorstellung, der Penis schrumpfe und ziehe sich in den Körper zurück, wobei die Betroffenen mit Impotenz, Unfruchtbarkeit und - in extremen Fällen - dem Tod rechnen. Die Wahnvorstellung geht mit Panikattaken und vegetativen Symptomen einher. Koro wird meist mit chinesischen, afrikanischen oder südostasistischen Kulturen in Verbindung gebracht.


FREGOLI SYNDROM
Die Wahnvorstellung, dass bekannte Personen sich verkleidet haben und als jemand anders auftreten


COTARD SYNDROM
Der Betroffene glaubt, dass Personen oder Objekte nicht existieren. In extremen Fällen glauben Kranke sogar, sie seien tot.


DE CLÉRAMBAULT SYNDROM
Eine, meist bei Frauen beobachtete Wahnvorstellung, bei der die Betroffene davon überzeugt ist, ein bestimmter Mann sei in sie verliebt. Der Mann, oft ein flüchtiger bekannter, ist in der Regel älter und von höherem sozialen Status.


FOLIE Á DEUX & FOLIE Á PLUSIEURS
Zustände, in denen wahnhafte Ideen auf eine oder mehrere Personen übertragen werden, die sie dann teilen.

7.10.06 13:14

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


hell-ene (11.10.06 15:55)
Koro ist mein absoluter Liebling unter den Syndromen und sollte manchen Männer endlich mal wirklich passieren. Wär doch lustig und schmerzhaft! Hihi

DE CLÉRAMBAULT SYNDROM
---> das da, ist kein Syndrom sondern meistens die Wirklichkeit. Wir Frauen wissen es in Wirklichkeit doch eh immer, wenn uns wer auf Händen trägt oder gern möchte.


stoex (13.10.06 19:04)
@ hell-ene: i hab ja immer gewusst, dass in dir eine kleine sadistische ader schlummert...

Überdies ist Koro auch keine Wahnvorstellung, sondern lediglich die Realität, die Mann erlebt, wenn Mann in intimen Kontakt mit schlecht temperierten Flüssigkeiten kommt...und ja, Panikattacken und Todesangst gehören dabei zu den Symptomen. Da überrascht es nicht, dass der Eigenname der Eskimos, Inuit, eine Abwandlung des Geräusches darstellt, welches vom bei den am Polarkreis vorherrschenden Temperaturen erstaunlich rasch einsetzenden Koro verursacht wird.

Im Übrigen danke @AmyStern für die Aufstellung, da ich durch diese in Selbstdiagnose feststellen konnte, dass ich an Capgras im Endstadium leide. Ich ursprünglich hätte auch angenommen, dass ich das De Clerambault-Syndrom habe, nach hell-enes Richtigstellung weiss ich nun allerdings mit Sicherheit, dass Irmi tatsächlich unsterblich in mich verliebt ist. Danke dafür!!!


sebastian / Website (16.10.06 22:38)
Koro geht außerdem einher mit dem Glauben, dass ungesunde oder abnormale sexuelle Handlungen (etwa Sex mit Prostitutierten, Masturbation oder sogar nächtlicher Samenerguss) das Yin-Yang-Gleichgewicht stören, das angeblich vorherrscht, wenn ein Mann Sex mit seiner Ehefrau hat (d.h. „normalen" Geschlechtsverkehr). Diese Störung der metaphysischen Harmonie (Verlust des Yang) zeigt sich in der Schrumpfung des Penis. Yang ist die lebenswichtige Essenz des Männlichen, und wenn es auf unpassende Weise ausgestoßen wird, so glaubt Mann, das Ergebnis sei eine möglicherweise tödliche Dosis von koro.

Auch die Übertragung von koro durch Nahrungsmittel wird gefürchtet. In Singapur kam es 1967 zu einer koro-Epidemie, nachdem Zeitungen über Fälle von koro durch das Essen von Schweinefleisch berichtet hatten, dessen Vorbesitzer gegen die Schweinepest geimpft worden war. Es kam nicht nur zu Einbrüchen beim Verkauf von Schweinefleisch, sondern auch zu Hunderten von koro -Fällen. Die Macht der Presse, Panik zu verursachen, wurde ausgeglichen durch ihre gleich große Macht, das Ungleichgewicht, das sie erzeugt hatte, wieder zur Ruhe zu bringen. Sie gaben der Singapore Medical Association und dem Gesundheitsministerium breiten Raum, und diese überzeugten die Menschen, dass koro ein Produkt der Angst sei, womit sie die Epidemie beendeten.

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